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Von der Produktidee zu Prototypen

Über Prototypen testeten wir verschiedene Ideen für unsere Jeans-Linien. Das Ziel ist die Entwicklung von Jeans für die heutigen Ansprüche in den verschiedenen Lebensbereichen. Wir setzen dies mittels neuartigen Funktionen und einem wiedererkennbaren Design um.

Wie geht man vor, wenn man Jeans entwickeln will? Diese Frage stellte ich mir im Sommer 2016, als ich mit meinem Jeans-Projekt begann. Ich hatte weder Erfahrung aus der Modebranche, noch wusste ich etwas über Jeans. Also machte ich mich auf die Suche nach einer Person, die mir bei der Herstellung von Prototypen helfen könnte.

Über eine Empfehlung gelangte ich an Karin Pfeifenberger, eine Modedesignerin in Wien. Es stellte sich heraus, dass sie eine der Kapazitäten in Österreich ist, was die Herstellung von Schnitten betrifft. Neben ihrem eigenen Schnitt- und Schneider-Atelier unterrichtet sie an der Modeschule der Stadt Wien. Ich erzählte ihr von meiner Idee, und sie erklärte sich spontan zur Zusammenarbeit bereit. Wir nahmen einen Standard-Jeans-Schnitt und begannen unsere Ideen und Eigenheiten einzubauen.

Kopieren oder auf der grünen Wiese entwickeln?

Es gibt zwei Ansätze, wie man Mode entwickeln kann. Entweder orientiert man sich an der Tradition respektive an einem Trend, kopiert in den Grundzügen, was schon auf dem Markt existiert, und ergänzt diese Entwürfe mit neuen, eigenen Ideen. Oder man überlegt sich von Grund auf, welche Eigenschaften ein Kleidungsstück erfüllen soll, und entwickelt daraus kreative Skizzen. Bei Jeans ist der zweite Ansatz nur bedingt möglich, denn Jeans heißen Jeans, weil sie sich über gewisse Besonderheiten von anderen Hosen unterscheiden. Diese Besonderheiten haben sich in über hundert Jahren etabliert: Zum Beispiel Doppelnähte, Nieten oder Yoke (Passe). Würde man eine komplett neue Hose entwickeln, dann wären es wohl keine Jeans mehr.

Trotzdem möchte ich komplett neue Ansätze für meine Jeans ausprobieren. Denn ich vertrete die Ansicht, dass Jeans zwar gewisse Eigenschaften enthalten müssen, damit sie noch als Jeans wiedererkannt werden, dass sie aber durchaus weiterentwickelt werden können. Die meisten Jeans, die man auf dem Markt findet, sind sich sehr ähnlich. Vielen Marken fehlt der Mut, neue und eigene Wege zu gehen.

Ich stellte mir also die Frage, was der Erfinder der Jeans kreieren würde, wenn er in der heutigen Zeit leben würde. Er würde wohl eine Hose kreieren, die für die heutige Generation in den verschiedensten Lebensbereichen praktisch ist. Zum Beispiel trägt heute jeder sein Smartphone mit sich herum. Die Jeans brauchen also eine Tasche, die für Smartphones geeignet ist, oder eine Tasche für Sonnen- und Lesebrillen. Auf die kleine „Münztasche“, welche vor über hundert Jahren eigentlich für Taschenuhren entwickelt wurde, würde er wohl ganz verzichten.

Prototyping – der essenzielle Produktentwicklungsprozess

Nach und nach entwickelten wir verschiedene Taschentypen und Designs, um sie zu testen. Die Modelle wurden jeweils von der Schneiderin Doris Pusch in Wien in meiner Größe hergestellt, so dass mein Bruder Daniel (der die gleiche Größe hat) und ich sie anziehen und ausprobieren konnten. Mir wurde dabei bewusst, wie wichtig Prototypen sind. Oft hat man eine Idee, doch in der Praxis bewährt sie sich nicht, oder das Design sieht nicht gut aus.

Parallel zum Prototyping entwickelte ich eine übergeordnete Positionierungs-Strategie, nach der wir die Prototypen auszurichten begannen: Die Jeans sollen neben besonderen Funktionen ein klar wiedererkennbares Design besitzen und nachhaltig produziert sein. Das Design soll eine Mischung aus klassisch und chic sein, klassisch, weil wir den traditionellen Jeans-Look erhalten, und chic, weil wir sie mit besonderen Farbakzenten aufwerten.

Bis heute haben wir zwölf Prototypen hergestellt, aber die Arbeit ist nicht zu Ende. Das Prototyping wird uns wohl als Prozess weiter begleiten, denn es müssen die einzelnen Jeans-Linien mit verschiedenen Schnitten entwickelt werden.

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